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Klimaschutz im Hausbau ist Gesetz

Bauherren und Modernisierer müssen sich auf schärfere Regeln einstellen

Wer im Altbau saniert, muss die verschärften EnEV-Vorschriften beachten, wenn die Modernisierungsmaßnahmen mehr als zehn Prozent der Gesamtfläche betreffen. Foto: djd/Bauherren-Schutzbund e.V.

Wer im Altbau saniert, muss die verschärften EnEV-Vorschriften beachten, wenn die Modernisierungsmaßnahmen mehr als zehn Prozent der Gesamtfläche betreffen. Foto: djd/Bauherren-Schutzbund e.V.


(djd). Nicht erst seitdem der Energieausweis Pflicht ist, hat sich bei Bauherren und Hausbesitzern ein stärkeres Bewusstsein für die Energieeffizienz ihres Gebäudes durchgesetzt. Denn sie bestimmt nicht nur dessen Klimafreundlichkeit, sondern auch die Höhe der Heizkosten. Bei den gesetzlichen Regelungen hat sich einiges geändert, was Hausbauer und Modernisierer unmittelbar betrifft. Schon seit Jahresbeginn 2009 gibt es neue Vorschriften im Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), seit Oktober 2009 gilt die Novelle der Energieeinsparverordnung (EnEV). Die neuen Regeln betreffen die Verbraucher zum Teil direkt.

Auswirkungen schwer zu überblicken

“Die konkreten Auswirkungen sind für Nicht-Baufachleute schwer zu überblicken”, meint Peter Mauel, erster Vorsitzender der Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund e.V. “In einer Studie des Instituts für Bauforschung wurde zudem festgestellt, dass auch Baumängel deutliche Auswirkungen auf die energetische Qualität des Bauwerks haben”, so Mauel weiter. Mangelhaft ausgeführte Arbeiten könnten ein Haus unter die gesetzlich geforderten Werte drücken, und im schlimmsten Fall können sogar Fördergelder zurückgefordert werden. Der sicherste Weg ist die Begleitung durch einen unabhängigen Bauherrenberater von der Planungsphase bis zur Bauabnahme. Damit lassen sich böse Überraschungen auf der Baustelle vermeiden, und der Berater kann Hilfe auf dem Weg durch den Gesetzesdschungel leisten.

Erneuerbare Energien im Neubau vorgeschrieben

Bereits seit Jahresbeginn muss laut EEWärmeG die Energie für Heizung, Kühlung und Warmwasserbereitung in einem neu errichteten Haus zumindest teilweise aus regenerativen Quellen gedeckt werden. Geeignet sind beispielsweise Wärmepumpe, Biomasse-Heizkessel oder Solarmodule. Ersatzmaßnahmen wie Kraft-Wärme-Kopplung, Wärme aus Nah- oder Fernwärmenetzen, die Nutzung von Abwärme oder eine Wärmedämmung oberhalb der geforderten Standards können von dieser Pflicht befreien.

Sinkender Primärenergieverbrauch

In der seit Oktober gültigen Fassung der EnEV wurde der zulässige Primärenergiebedarf eines Hauses für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung um 30 Prozent gegenüber der zuvor geltenden Fassung verringert. Die Anforderungen an die Dämmung der Gebäudehülle wurden entsprechend um 15 Prozent erhöht. Wer sein Bestandshaus saniert, muss die EnEV-Forderungen bereits dann erfüllen, wenn das sanierte Bauteil mehr als zehn Prozent der Gesamtfläche des Gebäudes ausmacht. Weitere Infos zum Thema Novellen von EEWärmeG und EnEV gibt ein neuer Ratgeber, der unter http://www.bsb-ev.de kostenlos heruntergeladen werden kann. Auf der Website stehen auch die Adressen unabhängiger Bauherrenberater in ganz Deutschland zur Verfügung.

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Sparsam heizen mit Sonnenunterstützung

Brennwert- und Solartechnik

Foto: djd/Weishaupt

Foto: djd/Weishaupt

Detmold (djd/pt). Erneuerbare Energien liegen im Trend. Zu Recht, denn sie senken Heizkosten ebenso wie den CO2-Ausstoß. In der Altbausanierung kann ein Komplettumstieg aber hohe Investitionskosten verursachen, wenn etwa alte Radiatoren den Anforderungen einer Wärmepumpe nicht genügen oder die Wärmedämmung des Hauses zu wünschen übrig lässt.

Sinnvoll ist in vielen Fällen eine Lösung, bei der Öltank oder Gasanschluss weiter mitgenutzt werden. Die Gas- oder Öl-Brennwerttechnik nutzt mit hohen Wirkungsgraden das Wärmepotenzial fossiler Energieträger äußerst effizient. Erstmals kann man auch in der Öl-Brennwerttechnik, etwa mit der Thermo Condens WTC-OW des Heizungsspezialisten Weishaupt, die Leistung stufenlos von fünf bis 15 Kilowatt modulieren – das bringt beachtliche Nutzungs- und Betriebskostenvorteile.

Eine gute Ergänzung bieten Solarkollektoren, die die Effizienz der Heizungsanlage erheblich steigern und die durchschnittlich 1389 Sonnenstunden pro Jahr ausnutzen, die es im Landkreis Lippe im langjährigen Jahresmittel gibt (Quelle: DWD). Je nach Dimensionierung sorgen die Kollektoren für warmes Trinkwasser oder dienen zusätzlich zur Unterstützung der Heizung. In einigen Bundesländern besteht bereits heute die Pflicht, bei einer Heizungssanierung anteilig regenerative Energien zu nutzen – dies wird auch finanziell gefördert. Unter www.weishaupt.de finden Interessierte Infos zu den verschiedenen Techniken und eine Fördermitteldatenbank.

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Ökologisch sinnvoll dämmen

Welcher Naturdämmstoff für welches Einsatzgebiet?

(djd). Mehr als ein Drittel der Bundesbürger möchte laut einer Emnid-Umfrage im Auftrag der BHW-Bausparkasse in diesem Jahr ihre Häuser und Wohnungen auf Vordermann bringen. Priorität genießt dabei die Wärmedämmung, denn aus ökonomischer und ökologischer Sicht kann es sich heute niemand mehr leisten, buchstäblich zur Wand oder zum Dach hinaus zu heizen.

Foto: djd/Hock

Foto: djd/Hock


Nachhaltige Dämmung

Als Dämmstoffe zunehmend beliebter werden Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen, die mit guter bautechnischer Qualität und einem angenehmen Wohnklima punkten (mehr Informationen: http://www.natur-baustoffe.info). Ihre Produktion ist in der Regel weniger energieaufwendig als die fossiler und mineralischer Produkte aus Glas- oder Steinwolle oder Polystyrol, die außerdem auch nur bedingt recyclebar sind.

Fassade

Bei der Außendämmung der Gebäudehülle können Bauherren massives Mauerwerk mit Wärmedämmverbundsystemen aus Holzfaser- bzw. Korkplatten oder Schilfmatten dämmen. Diese Variante bietet einen ebenso guten winterlichen wie sommerlichen Wärmeschutz und beugt unerwünschtem Algenwachstum vor, da die Oberflächen weniger stark auskühlen. Oder aber man setzt eine Holzkonstruktion vor die Fassade und füllt diese mit losen Dämmstoffen wie Flachs, Hanf oder Zellulose auf.
Für einen Neubau in Holzbauweise sind grundsätzlich alle Naturdämmstoffe geeignet und stellen eine passende Ergänzung zum Konstruktionswerkstoff Holz dar.

Prima Klima unterm Dach

Ideal sind Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen beim Ausbau von Dachgeschossen, da sie das Eindringen sommerlicher Hitze besonders lange verhindern. Als Aufdachdämmung bieten sich feste Holzfaserdämmplatten an, zwischen den Sparren eignen sich Matten- und Einblasdämmstoffe. Während Mattendämmstoffe, zum Beispiel aus Hanf oder Flachs, sehr selbstbaufreundlich sind, werden lose Dämmstoffe wie Zellulose-, Hanf- oder Holzfasern von Fachbetrieben in die Konstruktion eingeblasen, wobei eine besonders hohen Fugendichtheit erreicht wird.

Sonderfall Innendämmung

Sogar Fachwerk-Fassaden oder denkmalgeschützte Gebäude müssen auf einen adäquaten Wärmeschutz nicht verzichten, der innen an die Außenwand angebracht wird. Aus bauphysikalischer Sicht gilt es dabei jedoch, größte Sorgfalt walten zu lassen, da sonst die Gefahr der Tauwasserbildung besteht.
Durch ihre hohe Feuchtigkeitstoleranz und die Möglichkeit einer diffusionsoffenen Bauweise sind Naturdämmstoffe hier in der Regel von Vorteil. Welcher Naturdämmstoff im konkreten Fall am besten geeignet ist, sollte durch einen Fachmann entschieden werden.

Weitere Informationen: http://www.natur-baustoffe.de

Ausführliche Beratung

Eine kostenlose, herstellerneutrale Beratung rund um das Thema Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gibt es bei der Fachberatung Bauen & Wohnen der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums (Telefon: 03843-6930-180; E-Mail: info@natur-baustoffe.info).

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Neue EnEV: bessere Dachdämmung auch im Altbau

Foto: djd/puren

Foto: djd/puren


Foto: djd/Industrieverband Polyurethan-Hartschaum e. V.
Ein Haus verliert die meiste Energie durch seine Hülle – z. B. durch das Dach. Diese Energielecks müssen gedämmt werden, damit die Wärme im Haus bleibt. Mit großformatigen Polyurethan-Dachelementen kann die Dachfläche schnell geschlossen werden.

(djd). Schärfere Regeln müssen ab Oktober nicht nur Häuslebauer beachten, sondern auch Hausbesitzer, die ihr Gebäude modernisieren. Wer mehr als zehn Prozent eines Bauteils verändert, muss die in der Energieeinsparverordnung (EnEV)2009 für den Neubau geltenden Dämmwerte einhalten. Bei einem Steildach etwa bedeutet das einen U-Wert von 0,24 W/m2k. Der aber lässt sich mit der Erneuerung einer Zwischensparrendämmung kaum erreichen. Eine Aufdoppelung von Sparren und Dämmung ist aufwändig. Sinnvoller ist in der Regel eine flächige Aufsparrendämmung aus hochisolierenden Polyurethan-Elementen, etwa von puren, die auch Wärmebrückeneffekte vermeidet (Infos: www.puren.de). Die fachgerechte Durchführung einer neuen Dachdämmung sollte in die Hände eines Fachbetriebs gelegt werden.

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