Millionen Heizungen in Deutschland sind Energieverschwender. Aktuelle Schornsteinfeger-Statistik bestätigt hohen Sanierungs- und Modernisierungsbedarf.

Fast 1,47 Millionen Ölheizungen sind älter als 20 Jahre und damit technisch überholt. Sie sollten gegen effizientere Heizgeräte ausgetauscht werden. Moderne Öl-Brennwerttechnik beispielsweise bietet ein Energieeinsparpotenzial von bis zu 30 Prozent.  Foto: djd/IWO - Institut f. wirtschaftliche Oelheizung e.V.

Fast 1,47 Millionen Ölheizungen sind älter als 20 Jahre und damit technisch überholt. Sie sollten gegen effizientere Heizgeräte ausgetauscht werden. Moderne Öl-Brennwerttechnik beispielsweise bietet ein Energieeinsparpotenzial von bis zu 30 Prozent. Foto: djd/IWO - Institut f. wirtschaftliche Oelheizung e.V.


Mehr als 2,76 Millionen Öl- und Gasheizungen in Deutschland müssten dringend gegen effizientere Heizgeräte ausgetauscht werden. Denn sie sind mindestens 20 Jahre alt und damit technisch überholt. Weil sie viel zu viel Energie verbrauchen, belasten sie nicht nur Umwelt und Klima, sondern auch das Haushaltsbudget ihrer Besitzer. Diesen anhaltend hohen Modernisierungsbedarf belegt die jüngste Erhebung des Schornsteinfegerhandwerks.

Die Daten wurden im Zuge der Messungen nach der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung erfasst. Dabei registrierten die Schornsteinfeger im vergangenen Jahr auch mehr als eine Million Heizkessel, die bereits vor 1983 installiert worden sind, also seit mindestens 27 Jahren in Betrieb sind. Statistisch nicht erfasst sind kleinere Gasheizgeräte, die beispielsweise als Etagenheizungen eingesetzt werden.

Mangelhafte Effizienz alter Anlagen

Unter den mehr als 20 Jahre alten Heizungen sind rund 1,47 Millionen Ölheizkessel und knapp 1,29 Millionen Gaskessel. Um die Effizienz dieser technisch veralteten Heizanlagen, die vielfach in Ein- und Zweifamilienhäusern stehen, ist es nicht zum Besten bestellt. Die ältesten unter diesen Anlagen setzen mitunter nur zwei Drittel der Energie in Nutzwärme um, der Rest verpufft wirkungslos. Außerdem sind viele alte Heizkessel zu groß dimensioniert, was den Energieverbrauch zusätzlich in die Höhe treibt. Auch etliche Anlagen, die zu Beginn der 90er Jahre installiert wurden, sind technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Hier würde sich ein Austausch gegen moderne Heiztechnik ebenfalls lohnen.

Moderne Brennwerttechnik

Aktueller Stand der Heiztechnik ist die Brennwerttechnik. Moderne Öl-Brennwertgeräte beispielsweise nutzen die Energie zu beinahe 100 Prozent. Deshalb verbrauchen sie im Vergleich zu einem veralteten Heizkessel bis zu 30 Prozent weniger Brennstoff. Bei relativ moderaten Anschaffungskosten amortisieren sie sich über ihr Energieeinsparpotenzial in einem überschaubaren Zeitraum. Im Internet unter www.oelheizung.info gibt es mehr Informationen.

Förderprogramme für die Heizungssanierung

Die Anschaffung einer neuen Öl-Brennwertheizung kann gegenwärtig über ein zinsgünstiges Darlehen der KfW Förderbank (Programm “Wohnraum Modernisieren”) finanziert werden. In der Kombination mit einer Solarthermieanlage zur Heizungsunterstützung ist die Förderung im Rahmen des Marktanreizprogramms (MAP) mit einem Kesseltauschbonus von 400 Euro möglich. Unter www.oelheizung.info/foerderung lässt sich eine individuelle Übersicht aller in Frage kommenden Fördermöglichkeiten erstellen. Berücksichtigt werden dabei Bundes-, Länder- und Kommunalprogramme.(djd/pt)